Samstag, 5. Februar 2011

Piefke go home

Interview in der Online-Ausgabe der Zeitung "Der Standard" mit einem Genetiker und einem Künstler über die "Lage der (österreichischen) Nation".

In guter österreichischer Tradition und außerdem auch noch zu Recht wird über die altbekannten Missstände hergezogen. Autoritätsgläubigkeit, Duckmäusertum, ein Ständestaat, in dem Korruption und Filz blühen. Die Menschen lassen sich das alles bieten, denn was sollten sie auch machen gegen die da oben. Statt dessen sieht man lieber zu, dass man versorgt wird. Natürlich kommt die österreichische Bildungsfeindlichkeit zur Sprache, die Unterversorgung der Bildungseinrichtungen, das politische (und auch volkstümliche) Desinteresse an Wissenschaft und Innovation.

Und dann kommt es, der Pferdefuß. Bei der Frage, was er als Erstes täte, wenn er über Nacht Bundeskanzler der Republik Österreich wäre, wird der Künstler gefragt. Seine Antwort:

"Als Erstes würde ich die Studienplätze freimachen für die österreichischen Studenten. Ich würde sagen, wir nehmen so viele auf, wie aus Österreich wollen, und dann kommen die Deutschen und die anderen dran."

Ist das nicht herrlich? Ich vermisste bei der Aufzählung und Geißelung der heimischen Missstände die althergebrachte Xenophobie im Allgemeinen und die Piefkeabneigung im Besonderen. Und siehe da - wir bekommen den besten Beweis dafür im lebendigen Kontext. Unabsichtlich, aber mitten hinein ins Schwarze getroffen.

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