lapsus linguae
Montag, 16. September 2024
Mittwoch, 30. März 2011
Atomwende in Deutschland
Warum Grün?
Aus einer unappetitlichen Kombination von "German Angst" und allumfassender Geschwätzigkeit.
Donnerstag, 10. März 2011
Wer im Glashaus sitzt ...
Nun ist es Ilja Trojanow, ein Schriftsteller, der sich in der FAZ als Verteidiger Bahners profilieren darf. Ein Artikel mehr oder weniger - das wäre nun nicht weiter interessant, wenn mich ein kleines Detail nicht dazu verführt hätte, seinen Artikel doch eingehender unter die Lupe zu nehmen.
Das Detail: Er ortet „Missstände im Reich der Rhetorik“ bei all denen, die sich pro-Friedrich und contra-Bahners geäußert haben. Nun denn, lass uns sehen, wie er das macht? Am Ende muss ich feststellen: Er entfaltet überhaupt nichts anderes als rhetorische Künste überall dort, wo Argumente stehen sollten. Die folgenden negativen Etikettierungen und Attribute verteilte Trojanow großzügig an alle, die anders denken, anstelle von Argumenten:
Nach grober Zählung der Wörter ergibt sich ein Verhältnis von etwa 10 Prozent Negativ-Rhetorik im gesamten Artikel. Wenn die übrigen 90 Prozent auch nur den Hauch einer Argumentation erkennen ließen, könnte man sich damit beinahe zufrieden geben. So bleibt nur der lustige Effekt, dass hier einer das Glashaus beworfen hat, in dem er sitzt.
Das Detail: Er ortet „Missstände im Reich der Rhetorik“ bei all denen, die sich pro-Friedrich und contra-Bahners geäußert haben. Nun denn, lass uns sehen, wie er das macht? Am Ende muss ich feststellen: Er entfaltet überhaupt nichts anderes als rhetorische Künste überall dort, wo Argumente stehen sollten. Die folgenden negativen Etikettierungen und Attribute verteilte Trojanow großzügig an alle, die anders denken, anstelle von Argumenten:
Säbelrasseln * das Ressentiment * demagogischer Zirkus * hysterische Reaktionen * Sarrazin poltert * Missachtung der Tatsachen * die Beleidigte * geht hoch wie ein HB-Männchen * die Panikmacher * armselige Künstler * Pamphlete einer Necla Kelek * Die Islamophoben * Ikone der Islamophoben * das zelebrierte Schema * eher ungebildet * auf tönernem Wissensfuß * Grübeleien * Apparatschik wie Sarrazin * Kulturrelativismus * Engstirnigkeit * kolossale Lüge * mit Schaum vor dem Mund * das Grundrecht des Spießers * appelliert an niedere Instinkte * Hysterie * Apodiktik * Schwarzweißmalerei * Halbbildung * Pragmatismus, ...mit dem auch Dschingis Khan einverstanden gewesen wäre * Ein Mann mit ... grausigem Stil und kruden Thesen * Demagogie der Panikmacher * Einfalt
Nach grober Zählung der Wörter ergibt sich ein Verhältnis von etwa 10 Prozent Negativ-Rhetorik im gesamten Artikel. Wenn die übrigen 90 Prozent auch nur den Hauch einer Argumentation erkennen ließen, könnte man sich damit beinahe zufrieden geben. So bleibt nur der lustige Effekt, dass hier einer das Glashaus beworfen hat, in dem er sitzt.
Freitag, 4. März 2011
Der "vernetzte Einzeltäter"
Derweil hat der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) vor Alarmismus gewarnt. „Trotz der dramatischen Ereignisse von Frankfurt sehe ich derzeit keine Notwendigkeit, eine neue Terrorwarnung wie im vergangenen November auszusprechen“, sagte er ... . Nach allem, was die Behörden bisher wüssten, habe sich die Sicherheitslage nicht entscheidend geändert, sagte Bosbach. Auch der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte am Donnerstag erklärt, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland hochgefahren werden müssten.
(Quelle)
Verstehe ich es richtig, geht es also lediglich darum, ob man die Bundes-Sicherheitsampel auf Rot, Grün oder auf sonstige Zwischentöne stellen sollte? Nachdem das Kind längst in den Brunnen gefallen war, weil der Kosovare Arid U. zwei Amerikaner hingerichtet und weitere zwei verletzt hat?
Was mich am medialen Nachspiel des terroristischen Akts am meisten stört, das ist die gut wahrnehmbare Tendenz, das Geschehen herunterzuspielen, es nicht als terroristischen Akt hinzustellen. Keine Hinweise, dass er Mitglied einer terroristischen Vereinigung war, Arid U. sei ein "vernetzer Einzeltäter" textete die FAZ, der sich seine Wut im Internet geholt habe, ansonsten handele es sich um eine "schwere staatsgefährdende Gewalttat“. Es wird sich bemüht, Arid U. nicht als Terroristen, seine Tat nicht als einen Akt des islamistischen Terrors hinzustellen, bloß weil man von keinen Hintermännern weiß, mit denen er sich in der realen Welt getroffen oder abgesprochen hätte.
"Vernetzter Einzeltäter" ist doch ein Widerspruch in sich. Die Beziehungen und Bekanntschaften lassen sich durch das Internet knüpfen und aufrechterhalten. Selig soll werden, wer glaubt, dass er lediglich durch ein (nicht auffindbares) Video im Internet in Rage gearbeitet hat, ohne sich mit seinesgleichen darüber auszutauschen. Die "Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung" kann heute auch virtuell gepflegt werden.
Ich frage mich, wie die Stimmung wäre, wenn nicht US-Soldaten, sondern Deutsche erschossen worden wären. Denn die öffentlich wahrnehmbare Empörung hält sich in Grenzen - es betraf ja nicht wirklich "uns" ...
Freitag, 18. Februar 2011
Der Film-Film
Ach, ich schmelze dahin.
Kein Action-Film, kein Liebesfilm, kein Fantasy-Film. Ein Film ohne überraschende Wendungen, ohne Aufregung, Gewalt, Tote oder Verletzte, Liebe gibt es auch keine, Sex schon gar nicht, schnelle Autos fehlen ebenfalls. Das Handwerkszeug ist traditionell, ich merke keine ungewöhnliche Schnittführung oder Lichteffekte. Es ist kein Budget-Film, aber auch kein Millionenschinken.
Wenn er so vieles nicht ist, was ist es dann für ein Film?
Einer zum Hinknien! Ein bis ins letzte Detail wunderbar gemachter und schauspielerisch hervorragender Film: The King's Speech. British understatement meets perfection - das Ergebnis ist ein Film, der nicht mehr sein will als ein guter Film - allerdings gelingt ihm das in ungewöhnlicher Perfektion. Gehet hin und sehet ihn euch an, ihr Kinoliebhaber da draußen, aber bitte unbedingt in der Originalversion (mit Untertiteln oder ohne).
Kein Action-Film, kein Liebesfilm, kein Fantasy-Film. Ein Film ohne überraschende Wendungen, ohne Aufregung, Gewalt, Tote oder Verletzte, Liebe gibt es auch keine, Sex schon gar nicht, schnelle Autos fehlen ebenfalls. Das Handwerkszeug ist traditionell, ich merke keine ungewöhnliche Schnittführung oder Lichteffekte. Es ist kein Budget-Film, aber auch kein Millionenschinken.
Wenn er so vieles nicht ist, was ist es dann für ein Film?
Einer zum Hinknien! Ein bis ins letzte Detail wunderbar gemachter und schauspielerisch hervorragender Film: The King's Speech. British understatement meets perfection - das Ergebnis ist ein Film, der nicht mehr sein will als ein guter Film - allerdings gelingt ihm das in ungewöhnlicher Perfektion. Gehet hin und sehet ihn euch an, ihr Kinoliebhaber da draußen, aber bitte unbedingt in der Originalversion (mit Untertiteln oder ohne).
Sonntag, 13. Februar 2011
Was man sich so alles zuziehen kann!
"Schädelbruch nach Massenschlägerei", titelt der ORF. Irgendwo im tiefsten Vorarlberg sind Einheimische und Deutsche einander an die Gurgel gegangen. Und weiter:
Aha. Aber was kann schon dem Vorarlberger sein Fuß dafür, an den Kopf des Deutschen zu geraten, schließlich wurde gepöbelt, gerauft, jemand setzte Pfefferspray ein, und dabei ist es unglücklicherweise quasi nur so passiert:
Völlig entpersönlicht. Nein, da ist niemand Bestimmter, der seinen Fuß derart steuert, dass er mit knochenbrecherischer Kraft gegen den Kopf des anderen prallt. Vielleicht war es überhaupt der Kopf, der sich an den Fuß rangemacht hat?
Nichts geht über Nachbartschaftsliebe.
"Ein 19-jähriger Mann aus dem Landkreis Ravensburg zog sich einen Schädelbruch zu."Ja, man kann sich Verletzungen zuziehen, während man mit etwas anderem beschäftigt ist, und dabei verletzt wird oder sonstwie zu Schaden kommt. Wenn es nicht darum geht, dass einem jemand anderer absichtlich etwas tut. Man fällt von einer Leiter oder vom Dach, verrenkt sich die Glieder beim Klettern. Was aber hier verharmlost wurde, das sind höchst absichtlich erfolgte Tritte:
"Dabei wurde der 19-Jährige von Unbekannten gegen den Kopf getreten, informierte die Exekutive."
Aha. Aber was kann schon dem Vorarlberger sein Fuß dafür, an den Kopf des Deutschen zu geraten, schließlich wurde gepöbelt, gerauft, jemand setzte Pfefferspray ein, und dabei ist es unglücklicherweise quasi nur so passiert:
"In der unübersichtlichen Situation sei der 19-Jährige dann gegen den Kopf getreten worden."
Völlig entpersönlicht. Nein, da ist niemand Bestimmter, der seinen Fuß derart steuert, dass er mit knochenbrecherischer Kraft gegen den Kopf des anderen prallt. Vielleicht war es überhaupt der Kopf, der sich an den Fuß rangemacht hat?
Nichts geht über Nachbartschaftsliebe.
Dienstag, 8. Februar 2011
Die Straßennamen-Frauenquote
Wenn ich es nicht Schwarz auf Weiß auf dem Bildschirm sehen würde, könnte ich so etwas für einen Anti-Gender-Mainstreaming-Witz gehalten:
Charlottenburg-Wilmersdorf würde das Problem mit dem Männernamen schon irgendwie lösen, da bin ich mir sicher, wenn die SPD sich endlich dazu bequemt, über die Tatsache hinwegzusehen, dass die Umbenennung ein Lieblingsprojekt der CDU war und ist.
Die institutionalisierte Frauenförderung treibt wahrhaft exotische Blüten.
"In Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es seit sechs Jahren einen Beschluss, wonach nur noch nach Frauen umbenannt werden darf. 'Weil man damals festgestellt hat, dass nur vier Prozent der Plätze und Straßen weibliche Namen tragen', sagt Stadtrat Gröhler.Ronald Reagan wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden. Es geht darum, dass ihm eine Straße oder ein Platz in Berlin gewidmet werden soll. Zu Recht, finde ich, denn für seine prophetische Aufforderung (".... Mister Gorbatschow, tear down this wall!") und für die Haltung, die diesen Satz ermöglichte und hervorbrachte, verdient es Reagan, dauerhaft geehrt zu werden.
(Quelle: Spiegel Online)
Charlottenburg-Wilmersdorf würde das Problem mit dem Männernamen schon irgendwie lösen, da bin ich mir sicher, wenn die SPD sich endlich dazu bequemt, über die Tatsache hinwegzusehen, dass die Umbenennung ein Lieblingsprojekt der CDU war und ist.
Die institutionalisierte Frauenförderung treibt wahrhaft exotische Blüten.
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