Mittwoch, 30. März 2011

Atomwende in Deutschland

Warum Grün? 
Aus einer unappetitlichen Kombination von "German Angst" und allumfassender Geschwätzigkeit.

 


Donnerstag, 10. März 2011

Wer im Glashaus sitzt ...

Nun ist es Ilja Trojanow, ein Schriftsteller, der sich in der FAZ als Verteidiger Bahners profilieren darf. Ein Artikel mehr oder weniger - das wäre nun nicht weiter interessant, wenn mich ein kleines Detail nicht dazu verführt hätte, seinen Artikel doch eingehender unter die Lupe zu nehmen.

Das Detail: Er ortet „Missstände im Reich der Rhetorik“ bei all denen, die sich pro-Friedrich und contra-Bahners geäußert haben. Nun denn, lass uns sehen, wie er das macht? Am Ende muss ich feststellen: Er entfaltet überhaupt nichts anderes als rhetorische Künste überall dort, wo Argumente stehen sollten. Die folgenden negativen Etikettierungen und Attribute verteilte Trojanow großzügig an alle, die anders denken, anstelle von Argumenten:

Säbelrasseln * das Ressentiment * demagogischer Zirkus * hysterische Reaktionen * Sarrazin poltert * Missachtung der Tatsachen * die Beleidigte * geht hoch wie ein HB-Männchen * die Panikmacher * armselige Künstler * Pamphlete einer Necla Kelek * Die Islamophoben * Ikone der Islamophoben * das zelebrierte Schema * eher ungebildet * auf tönernem Wissensfuß * Grübeleien * Apparatschik wie Sarrazin * Kulturrelativismus * Engstirnigkeit * kolossale Lüge * mit Schaum vor dem Mund * das Grundrecht des Spießers * appelliert an niedere Instinkte * Hysterie * Apodiktik * Schwarzweißmalerei * Halbbildung * Pragmatismus, ...mit dem auch Dschingis Khan einverstanden gewesen wäre * Ein Mann mit ... grausigem Stil und kruden Thesen * Demagogie der Panikmacher * Einfalt

Nach grober Zählung der Wörter ergibt sich ein Verhältnis von etwa 10 Prozent Negativ-Rhetorik im gesamten Artikel. Wenn die übrigen 90 Prozent auch nur den Hauch einer Argumentation erkennen ließen, könnte man sich damit beinahe zufrieden geben. So bleibt nur der lustige Effekt, dass hier einer das Glashaus beworfen hat, in dem er sitzt.

Freitag, 4. März 2011

Der "vernetzte Einzeltäter"

Derweil hat der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) vor Alarmismus gewarnt. „Trotz der dramatischen Ereignisse von Frankfurt sehe ich derzeit keine Notwendigkeit, eine neue Terrorwarnung wie im vergangenen November auszusprechen“, sagte er ... . Nach allem, was die Behörden bisher wüssten, habe sich die Sicherheitslage nicht entscheidend geändert, sagte Bosbach. Auch der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte am Donnerstag erklärt, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland hochgefahren werden müssten.
(Quelle)

Verstehe ich es richtig, geht es also lediglich darum, ob man die Bundes-Sicherheitsampel auf Rot, Grün oder auf sonstige Zwischentöne stellen sollte? Nachdem das Kind längst in den Brunnen gefallen war, weil der Kosovare Arid U. zwei Amerikaner hingerichtet und weitere zwei verletzt hat?

Was mich am medialen Nachspiel des terroristischen Akts am meisten stört, das ist die gut wahrnehmbare Tendenz, das Geschehen herunterzuspielen, es nicht als terroristischen Akt hinzustellen. Keine Hinweise, dass er Mitglied einer terroristischen Vereinigung war, Arid U. sei ein "vernetzer Einzeltäter" textete die FAZ, der sich seine Wut im Internet geholt habe, ansonsten handele es sich um eine "schwere staatsgefährdende Gewalttat“. Es wird sich bemüht, Arid U. nicht als Terroristen, seine Tat nicht als einen Akt des islamistischen Terrors hinzustellen, bloß weil man von keinen Hintermännern weiß, mit denen er sich in der realen Welt getroffen oder abgesprochen hätte.

"Vernetzter Einzeltäter" ist doch ein Widerspruch in sich. Die Beziehungen und Bekanntschaften lassen sich durch das Internet knüpfen und aufrechterhalten. Selig soll werden, wer glaubt, dass er lediglich durch ein (nicht auffindbares) Video im Internet in Rage gearbeitet hat, ohne sich mit seinesgleichen darüber auszutauschen. Die "Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung" kann heute auch virtuell gepflegt werden.

Ich frage mich, wie die Stimmung wäre, wenn nicht US-Soldaten, sondern Deutsche erschossen worden wären. Denn die öffentlich wahrnehmbare Empörung hält sich in Grenzen - es betraf ja nicht wirklich "uns" ...